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Eigener Erfahrungsbericht

 

GBS Erfahrungsbericht:  Seite 4 – 7 aus der Broschüre „Über den Tod hinaus“

 

Leseproben

 

Eigentlich fing alles ganz harmlos mit einem vermeintlichen Infekt während einer Reise nach Mallorca am 26. Februar 2005 an. Beim Abflug in Köln war ich noch putzmunter, bei der Landung in Palma stellte sich schon Fieber ein. Dieser nicht behandelte Infekt entpuppte sich im Nachhinein als Virusgrippe mit verheerenden Folgen. In der Woche auf Mallorca war ich viel an der frischen Luft und abends früh ins Bett. Dabei hatte ich die gesamte Zeit über Fieber. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub ging ich - allerdings auch erst nach einer Woche - zum Arzt, der einen Virusinfekt diagnostizierte. Trotzdem ging ich weiter arbeiten. Auch heute, wenn ich zurückblicke, hätte ich vermutlich nicht anders gehandelt. Dabei wäre es doch ein leichtes gewesen, sich auf Mallorca schon behandeln zu lassen. Vielleicht wäre das Immunsystem bei rechtzeitiger Behandlung mit Antibiotika nicht aus der Bahn geworfen worden. Aber was nutzt dies im Nachhinein?

 

Am 20. März 2005 begann in mehreren Fingern ein Taubheitsgefühl, beginnend in den Fingerspitzen. Nur einen Tag später setzte in den Zehen ein leichtes Kribbeln ein, so als ob die Füße “einschlafen” würden. Dem maß ich aber immer noch keine große Bedeutung bei. Zu diesem Zeitpunkt hätte man noch gut eine Behandlung ansetzen können. Schon einen weiteren Tag später stieg das Taubheitsgefühl weiter an und betraf schon den halben Fuß. Ebenfalls hatte ich seit dem 20. März 2005 Schmerzen im Rücken. Nachts hatte ich auftretende Schwindelgefühle, die ich mit der Einnahme von Paracetamol bekämpfte, ein schier nutzloses Unterfangen.

 

Am 24. März 2005 wurde das Kribbeln aber so stark, dass ich mich morgens ganz früh dazu entschloss, meinen Arzt aufzusuchen. Da mein Blutdruck sehr hoch war, bekam ich erst einmal dagegen Tabletten, die ich dann auch direkt holte und in meinem Büro einnahm. Dazu muss man wissen, dass ich schon seit Jahren mit hohem Blutdruck zu tun hatte. Mittags gegen 11.30 Uhr konnte ich dann meine Beine nicht mehr so bewegen, wie ich es wollte. Man muss sich das so vorstellen, dass man sein Bein nach vorne setzen will, es aber nur mit Zeitverzögerung reagiert oder das andere Bein angesprochen wird. Im ersten Moment weiß man überhaupt nicht, was los ist. Also bin ich direkt selbst mit dem Auto (unverantwortlich, aber man wusste ja nicht, was mit einem los war) wieder zum Arzt gefahren. Dort war man dann doch beunruhigt ob der Schilderung der Symptome. Mein eigentlicher behandelnder Arzt, der mich schon seit Jahren kannte, war noch in Urlaub. Seine Kollegin besprach sich mit einem dritten Arzt in der Gemeinschaftspraxis. Was ich jedoch bis heute noch nicht begreife ist die Tatsache, warum man nicht einen Krankenwagen gerufen hat. So bin ich erst einmal (wieder selber mit meinem PKW!) nach Hause gefahren und habe mich von meiner Frau ins Krankenhaus nach Eschweiler bringen lassen.

 

Das erste Krankenhaus (St. Antonius Hospital, Eschweiler) schloss zwar einen Schlaganfall aus, wollte dann aber meiner Beteuerung nicht glauben, dass ich an GBS leide. Ein Kollege, der seinerzeit von mir beruflich als Sozialreferent betreut wurde, hatte Jahre zuvor die gleiche Krankheit und kam nach meinem Anruf auch sofort ins Krankenhaus. Dort bestätigte er die Symptome. Man wollte mich trotzdem nach den Ostertagen an den Bandscheiben untersuchen. Nun, mit viel Druck habe ich dann am 26. März 2005 mit dem Taxi das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen und bin in die Neurologie nach Bardenberg (einer Stadt in der Nähe von Eschweiler) gefahren. Hier nahm man mich ernst und machte – trotzdem es ja nun Ostersamstag war - sofort eine Lumbalpunktion, die innerhalb von einer Stunde meine Diagnose bestätigte. Allerdings hatte der Arzt dies aufgrund der Schilderung der Symptome auch vorher schon angenommen. Nach Bardenberg fuhr ich schon im Rollstuhl. Das Angebot, mich weiter in Eschweiler behandeln zu lassen, habe ich verständlicherweise abgelehnt und bin direkt in Bardenberg geblieben. Das Zimmer in Eschweiler hat meine Frau dann leer geräumt.

 

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