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Dabei will ich noch nicht einmal zum Ausdruck bringen, dass die Ärzte im Eschweiler Krankenhaus schlecht sind. Ein Grundproblem bei der Erkrankung mit GBS ist allenthalben, dass die Ärzte die Symptome nicht erkennen. Wenn man Glück hat, gerät man an einen Arzt, der sofort richtig reagiert. Aber - wie gesagt - nur wenn man Glück hat. Bis heute vermisse ich jedoch eine Reaktion des Krankenhauses, eine kleine Geste des Bedauerns, zumal ich in keiner Minute aufgrund der jahrelangen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Eschweiler Krankenhaus daran gedacht habe, hier rechtliche Schritte zu unternehmen. Hätte ich dies gewollt, wäre es – wie man mir im Übrigen von Seiten der Rechtsanwälte geraten hatte – schon längst geschehen.
Im Bardenberger Krankenhaus ging dann alles Schlag auf Schlag! Ich bekam Immunglobuline und kam auf die Intensivstation. Nachdem zuerst meine Beine nicht mehr ihren Dienst tun wollten, stieg die Krankheit immer höher. Nach wenigen Tagen war ich komplett gelähmt und brauchte Beatmung. Hierzu muss es nicht zwangsläufig bei dieser Krankheit kommen, nur in sehr schwer verlaufenden Fällen steigen die Funktionsausfälle im Körper so weit, dass Beatmungspflicht besteht. In vielen Fällen wird die Verschlimmerung und damit die Ausbreitung der Ausfälle im Körper vorher gestoppt und man kann anfangen, sich mit der Genesung zu beschäftigen. Diese Fälle sind auch nach wenigen Monaten wieder geheilt und ohne bzw. mit geringen Folgeschäden.
Da ich jedoch zu Beginn der Behandlung entscheidende Zeit verloren hatte (siehe erstes Krankenhaus), entwickelte sich die Krankheit bei mir zu einem sehr schweren Fall. Wie schwer der Verlauf war mag man an der Statistik erkennen, nach der nur 10 % aller Fälle diesen schweren Verlauf nehmen. Von diesen Fällen stirbt aber auch die Hälfte der Patienten. Hier in Bardenberg wurde ich von den Ärzten auch zum ersten Mal in ein künstliches Koma versetzt (Erläuterungen dazu später). Diese Zeit fehlte mir danach vollständig, zumal man mir diese Tatsache aus Rücksicht auf die Krankheit erst einmal verschwiegen hatte. Es ist schon komisch, wenn einem in der Zeitrechnung eine ganze Woche fehlt. Ich mag auch nicht darüber nachdenken, was meine Frau in dieser Zeit mitgemacht hat.
Wusste doch keiner, wie sich das mit mir weiter entwickelte und ob ich noch einmal aufwachen würde. Viel weiß ich von dieser Zeit nach dem Koma nicht mehr. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich sehr oft wachgelegen habe. Da ich mich nicht bewegen konnte, wurde ich alle vier Stunden gelagert, damit ich nicht wund liege. Ansonsten ging die Zeit einfach so vorbei. Während der Zeit in Bardenberg hatte ich auch zweimal eine Lungenentzündung, die sich aufgrund der Allgemeinsituation als lebensgefährlich entwickelte. Trotzdem bekam man in Bardenberg alles so weit im Griff, dass an eine Frührehabilitation zu denken war und dies, obwohl ich am 14. April 2009 eine weitere Lungenentzündung bekam, bedingt durch die Tatsache, dass mein Schluckreflex ebenfalls gelähmt war und so Erbrochenes in die Lunge gelangte. Zu dieser Zeit hatte ich auch das erste Mal wahnhafte psychotische Störungen, aber zu dem Thema Halluzinationen komme ich später noch einmal ausführlicher.
GBS Erfahrungsbericht: Seite 32 aus der Broschüre „Über den Tod hinaus“
Hier zum Beispiel der Ablauf in der Zeit vom 9. 02. bis zum 2. 03.2006 09.02.06 Erste Schritte seitwärts am Barren 10.02.06 Erste Übung, vom Rollstuhl in ein Auto umzusteigen, allerdings noch mit mäßigem Erfolg.
13.02.06 Erste Schritte in einem speziellen Gehwagen mit Stützung der Arme und Unterstützung durch die Therapeutin
16.-24.02.06 fieberhafter Infekt und Ausfall der Therapie
28.02.06 alleiniges Gehen am Barren und erste Schritte mit einem Rollator
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